Die Kompressionskleidung beim Lipödem ist mit Sicherheit das Alter Ego einer jeden Lipödempatientin. Der einzige Grund für das regelmäßige Tragen der Kompressionswäsche, ist das mit der Zeit zunehmende Beschwerdebild. Hier gibt es unterschiedliche Arten der Kompression. Zu allererst ist es wichtig, dass die Wäsche maßangefertigt ist um für eine gleichmäßige Kompression zu sorgen. Man unterscheidet zwischen Rund- und Flachstrick. Flachstrick sorgt für eine effektivere Kompression und ist besser angezeigt wenn bereits tiefe Hautfalten vorliegen. Rundstrick empfinden viele Patientinnen, vor allem in früheren Stadien des Lipödems, als angenehmer zu tragen. Ich persönlich bin da praktikabel und befürworte eine Kompression, dabei ist eine Kompression besser als keine! Die beste Kompressionshose bringt leider garnischt wenn Sie nur den Kleiderschrank füllt.
Lymphdrainage wirkt sich positiv beim Lipödem aus. Durch taktile vorsichtige Berührungen wird der Lymphabfluss angeregt. Radikale Massagen oder Wickelungen können dagegen den Lymphstau anregen. Das ist ungefähr zu vergleichen mit einem Pickel, den man ständig drückt, dann nimmt die lokale Entzündungsreaktion auch zu. Wassersport kann ebenfalls den Lymphabfluss anregen und den Kalorienverbrauch erhöhen.
Ich persönlich favorisiere einen gewebeschonenden Sport beim Lipödem um Beschwerden nach körperlicher Belastung gering zu halten. Wer sich bewegt tut schonmal einiges richtig. Besonders hervorzuheben ist Schwimmen und Aqua-Gymnastik. Das Wasser übt ähnlich wie eine Kompressionshose einen gleichmäßigen Druck auf das Gewebe aus. Durch die Bewegung wird der Lymphabfluss angeregt wie auch bei einer Lymphdrainage. Zusätzlich verbrennt man in dieser Zeit Energie, was sich positiv auf die Kalorienbilanz auswirkt. Die Zeit ist also effektiver genutzt als bei einer Lymphdrainage.
Eines vorweg, eine wissenschaftlich anerkannte Diät für das Lipödem existiert derzeit nicht. Ich rate von Radikaldiäten wie Keto-Diät, etc. ab. Radikaldiäten haben allen Anschein nach einen negativen Einfluss auf Lipödeme, vor allem der damit verbundene Jojo-Effekt. Wir empfehlen ein konsequentes, langfristiges Kaloriendefizit.
Bewegung und Kalorienrestriktion stellen eine wichtige Grundlage bei der Lipödembehandlung dar. Eine ausgewogene Ernährung mit Vermeidung erhöhter Kalorienzufuhr ist immer gut. Eine spezielle Diät beim Lipödem gibt es nach aktuellem Kenntnisstand nicht.
Wir kennen die üblichen Gewichtsprobleme, die bei einer Lipödemerkrankung mitschwingen. Wir haben uns, was entscheidende Stoffwechselprozesse angeht, mittlerweile eine Nische geschaffen, in der wir die Patientinnen bestmöglich auch im Rahmen einer Gewichtsreduktion unterstützen können.
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