Allgemeine Risiken sind Blutungen, Infektionen und Thrombosen (Blutgerinnsel im tiefen Venensystem). Generell lassen sich Risiken durch eine gute OP-Planung reduzieren. Man sollte also die Eingriffszeit kurz halten, den Patienten gut lagern, Wundflächen nicht größer ausdehnen als dringend notwendig sowie frühzeitig den Patienten nach OP wieder mobilisieren. Durch die gute Kompression der verordneten Hosen sowie die medikamentöse Thromboseprophylaxe werden Risiken weiterhin deutlich reduziert.
Sie fühlen sich 3 Tage schon recht eingeschränkt, können Laufen, aber sind froh, wenn Sie nicht zu viel um die Ohren haben. Nach einer Woche fühlen Sie sich besser als Ihnen gut tut, schonen Sie sich aber in der ersten Wochen. Unternehmen Sie nur kleine Spaziergänge. Nach 2 Wochen können die meisten Patientinnen wieder arbeiten, manche sogar schon nach einer Woche. Natürlich hängt das von der persönlichen beruflichen Situation ab. Gesellschaftsfähig ist man jedenfalls nach 5-7 Tagen.
Die Kompression sollte nach der Operation permanent für 6 Wochen getragen werden. Generell gilt beim Lipödem, auch nach Operation, die Empfehlung Kompressionswäsche für 12 Stunden pro Tag zu tragen. Was Sie als Patientin daraus machen, bleibt Ihnen überlassen. Viele Patientinnen verzichten nach erfolgreicher Liposuktion langfristig auf eine äußere Kompression.
Wenn man von einer Heilung spricht, dann ist die Ursache des Problems behoben. Da wir aber aktuell auf zellulärer Ebene noch keine zielgerichtete Therapie haben, es also kein Medikament gegen ein Lipödem gibt, kann man derzeit ein Lipödem nicht heilen. Durch eine Liposuktion beim Lipödem können Beschwerden und Optik verbessert werden, eine Heilung hingegen ist leider noch nicht möglich.
Man sollte die Fettabsaugung beim Lipödem als Chance sehen um seine Erkrankung bestmöglich zu behandeln.
Wenn ein Lipödem an den Beinen erfolgreich operativ therapiert wurde und bereits zuvor an den Armen schon eine Tendenz zu einem Lipödem vorlag, kann es sein, dass diese zukünftig mehr Krankheitsaktivität aufweisen als die bereits behandelten Beine.
Nach aktuellem Kenntnisstand weiß man, dass sich nach ca. 10 Jahren einzelne Fettzelldepots im Sinne eines Lipödems neu entwickeln können. Das kann sein, muss aber nicht. Woran liegt das? Bei einer Fettabsaugung beim Lipödem werden die krankhaften Fettzellen und auch die gesunden umgebenden Fettzellen deutlich reduziert. Die Fettzellen können aber nicht komplett entfernt werden. Einzelne Zellen können im Laufe des Lebens zu Lipödemzellen mutieren und in Ihrer Anzahl zunehmen sowie größer werden; das hängt vor allem auch mit der Stoffwechselaktivität und der Kalorienzufuhr zusammen.
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